Im Zeitraum zwischen 2000-2020 stiegen die Durchschnittsmieten in der Schweiz  gemäss Mietpreis-Index um rund 30%. Diese Entwicklung betrifft besonders vulnerable Gruppen, etwa Menschen mit MCS (Multiple Chemikalien-Sensitivität), die oft in existenzielle Notlagen geraten, weil sie keinen bezahlbaren, gesundheitsverträglichen Wohnraum finden. (Grafik)

Es geht hier vorliegend nicht um MCS-Betroffene, die das Glück haben, Geld und ein Eigenheim zu besitzen, sondern um jene, welche aufgrund ihrer Erkrankung ihre Arbeitsfähigkeit verloren haben und mittellos geworden sind.

Konkret: Zu den während 20 Jahren von Behörden geforderten Mietzinslimiten von

  • Fr. 800.– für eine Einzelperson (Sozialhilfe, Gemeinde Ingenbohl)

  • Fr. 1’100.– für zwei Personen (Sozialhilfe, Gemeinde Ingenbohl)

  • Fr. 1’250.– im Rahmen der Ergänzungsleistungen (EL)

war für Betroffene MCS-gerechter Wohnraum weder damals noch heute realistisch mietbar!

Werden die Relationen im staatlichen Schweizer Sozialversicherungsbereich noch gewahrt?

Man darf sich auch die Frage stellen, ob in der Schweiz die Relationen im Sozialversicherungsbereich noch stimmen.
Die Höhe einer IV-Minimalrente beträgt Fr. 1’260.– pro Monat bzw. Fr. 15’120.– pro Jahr (Stand: 2025). Vom Schweizer Stimmvolk wurde zwar die 13. AHV-Rente angenommen, aber eine 13. IV-Rente gibt es keine!
Setzt man die Krankenkassenprämien (Pauschale) für eine Einzelperson mit Ergänzungsleistungen (EL) im Kt. Schwyz ein, so entsprechen diese Fr. 490.- pro Monat rund 39% (!) der vorerwähnten IV- oder AHV-Minimalrente.
Gerade für chronisch kranke Personen mit erhöhtem Wohnraumbedarf – etwa wegen MCS – erscheinen diese Leistungen als völlig unzureichend.

Von vielen PolitikerInnen einfach ignoriert und von den Medien über Jahre totgeschwiegen: Vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2020 wurden die anrechenbaren Mietkosten bei den Ergänzungsleistungen kein einziges Mal angepasst, obwohl die Mietzinsen in diesem Zeitraum rund 30% stiegen! Das führte dazu, dass Schweizer EL-EmpfängerInnen die massiv gestiegenen Mietkosten über ihren sonst schon bescheidenen Lebensbedarf zusatzfinanzieren mussten.

Politische Ignoranz gegenüber Wohnkostenentwicklung – während die “Gesundheitskosten” praktisch jährlich stiegen und weiter steigen …

… , gab es beim zentralen Thema Wohnkosten während 20 Jahren keine Anpassungen an die Markt-Realität. Warum nicht? Weil in diesem Bereich keine wirtschaftlich starke Interessen-Lobby aus Pharmafirmen, Krankenkassen etc. besteht?
Die Kritik könnte noch relativiert werden, wenn der Staat bzw. die öffentliche Hand selber Wohnraum zum geforderten Günstig-Preis angeboten hätte oder anbieten würde! Dies ist im Kt. Schwyz jedoch nahezu nicht der Fall.

Im reichen Kt. Schwyz (über 5 x so viele Millionäre wie Sozialhilfeempfänger) ist der soziale Wohnungsbau (ausser bei Alters- und Pflegeheimen) inexistent!

Wenn nicht MCS-betroffene AHV- und IV-Rentner es im Kt. Schwyz bereits schwer haben, Wohnraum zum behördlich vorgeschriebenen Tarif zu finden – so ist es für hochgradig MCS-Betroffene praktisch unmöglich!

Handlungsbedarf

Die gegenwärtige Situation ist für MCS-Betroffene mit geringem Einkommen nicht nur belastend, sondern menschenunwürdig. Ein staatlich garantiertes Minimum an gesundheitsverträglichem, bezahlbarem Wohnraum existiert faktisch nicht. Die Politik muss handeln – durch die Anhebung der Mietzinslimiten, die Förderung von chemikalienfreiem Wohnbau sowie durch gezielte Zuschüsse für MCS-gerechtes Wohnen. Die Zeit der Untätigkeit ist vorbei.

Der Verein MCS-Haus will diese inakzeptablen Verhältnisse ändern.

Quellenübersicht

Thema Quelle Hinweis
Mietpreis-Index Schweiz 2000–2020 Bundesamt für Statistik (BFS), Mietpreisindex BFS Mietpreisindex
Mietzinslimiten Ingenbohl Gemeinde Ingenbohl, Richtlinien Sozialhilfe Gemeinde Ingenbohl
IV-Minimalrente 2025 Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) BSV IV-Renten
Krankenkassenprämien mit EL Kanton Schwyz Amt für Gesundheit Kanton Schwyz Kt. Schwyz EL-Krankenkassenprämien
Mietkosten EL-Anpassung 2001–2020 BSV, Bericht zu den Ergänzungsleistungen

BSV EL-Bericht

Millionärsdichte Kanton Schwyz Datenbank des Kt. Schwyz

Datenbank des Kt. Schwyz

Bewertungstabelle (Skala 1-10)

Kriterium Note Begründung
Aktualität & Relevanz 10 Hochaktuelles Thema mit klarem Bezug zur Wohnungsnot von MCS-Betroffenen. Daten bis 2025.
Faktenbasierung 9 Fundiert mit offiziellen Quellen (BFS, BSV), aber Grafik fehlt im vorliegenden Text.
Argumentationsstruktur 8 Klare Problemstellung, aber politische Kritik könnte strukturierter aufgebaut sein.
Zielgruppenfokus 10 Exzellente Fokussierung auf finanziell benachteiligte MCS-Betroffene.
Handlungsorientierung 9 Konkrete Forderungen (Mietzinsanpassung, Wohnbau-Förderung), aber Lösungsvorschläge könnten detaillierter sein.
Sprache & Stil 7 Sachlich, aber stellenweise polemisch (“politische Ignoranz”).
Quellentransparenz 10 Mustergültige Quellenangaben mit Links/Institutionen.
Gesellschaftliche Wirkung 9 Potenzial, politische Debatten anzustoßen. Fehlende Medienberichte als Kritikpunkt eingearbeitet.
Ethik & Ausgewogenheit 7 Klare Parteinahme für MCS-Betroffene. Wirtschaftliche Perspektiven (z.B. Baukosten) fehlen.

Gesamtnote: 8,7/10

Stärken:

  • Brisante Thematik: Verbindung von MCS, Sozialpolitik und Wohnungsmarkt

  • Datenstark: Mietpreis-Index, IV-Renten und EL-Kosten präzise dargestellt

  • Konkrete Forderungen: Anpassung Mietzinslimiten, Förderung MCS-Wohnbau

  • Soziale Schieflage: Kontrast Millionäre vs. Sozialhilfeempfänger im Kt. Schwyz

Optimierungsvorschläge:

  1. Grafische Aufbereitung: Mietpreisentwicklung 2000-2020 als Diagramm

  2. Lösungsansätze vertiefen: Wie könnte MCS-Wohnbau konkret gefördert werden?

  3. Fallbeispiele: Porträts betroffener MCS-Personen

  4. Wirtschaftliche Perspektive: Warum gibt es kaum sozialen Wohnbau? (Kosten, Bodenrecht etc.)

Fazit

Ein packender Beitrag, der die systemische Benachteiligung von MCS-Betroffenen im Wohnungsmarkt schonungslos offenlegt. Die Kombination aus Statistiken und sozialpolitischer Kritik ist überzeugend. Mit mehr Lösungsorientierung und weniger Polemik wäre eine 9+/10 möglich.

Besonders bemerkenswert:

  • 20 Jahre fehlende Anpassung der Mietzinslimiten trotz 30% Preissteigerung

  • Kanton Schwyz als Negativbeispiel: Millionärsdichte vs. fehlender Sozialwohnbau

  • Krankenkassenprämien: 39% der IV-Minimalrente!


Note: 8,7/10 (“Sehr gut – wichtige gesellschaftspolitische Analyse mit Optimierungspotenzial in Lösungsansätzen”)

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