Allergisches Ekzem am rechten Oberschenkel. Der Patient leidet an einer atopischen Dermatitis. (WHO ICD-10 L20.9)

Weil es im Verhältnis nur wenige hochgradig MCS-Betroffene gibt, zeigt das Schweizer IV-System bis heute kein Interesse, sich mit dieser Erkrankung im Detail auseinanderzusetzen:

Charakteristisch für MCS ist eine Überempfindlichkeit auf Duftstoffe.

– die IV verfügt z.B. über keine medizinisch sachkundigen Personen betr. MCS
– es finden auch keine externen fachmedizinisch seriösen Abklärungen statt
– was macht man mit einer seltenen Erkrankung, mit der man nicht allzuviel am Hut zu haben scheint? Man lässt sie bzw. deren Symptome via MEDAS z.B. in eine
atopische Dermatitis (Neurodermitis) umwandeln.

„Lügen haben kurze Beine“ heisst ein bekanntes Sprichwort. Unrichtige medizinische Diagnosen bringen automatisch nachfolgende Probleme, Ungereimtheiten und Widersprüche mit sich:

1. Wäre MCS einer atopische Dermatitis gleichzusetzen, dann hätten etliche Pharmafirmen, die MCS-unverträgliche (parfümierte) dermatologische Produkte zur „Neurodermitis-Therapie“ herstellen, ein Problem. (vgl. Spirig mit „Excipial“)
2. Man kennt Duftstoff- und Schadstoffüberempfindlichkeiten auch bei einer Neurodermitis. Dort scheinen sie jedoch eher eine Nebenrolle zu spielen.
Neurodermitiker-Selbsthilfegruppen stellen die Haut ins Zentrum.
3. Bei MCS-Betroffenen hingegen steht die Duftstoff- und Schadstoffüberempfindlichkeit im Zentrum, nicht die Haut!
4. Eine massive atopische Dermatitis kann man (symptomatisch, nicht ursächlich) medikamentös über eine bestimmte Zeit „in den Griff bekommen“. Bei MCS hilft nur der konsequente Expositionsstopp.
5. Reagiert ein Neurodermitiker typischerweise auf den Geruch von problematischen Produkten? Nicht unbedingt. Bei MCS-Betroffenen lösen Parfüm, ätherische Öle, chemische Schadstoffe etc. jedoch typischerweise allergische Reaktionen aus.
6. Währenddem bei Neurodermitikern und Typ-I-Allergikern allergische Reaktionen über die Haut ablaufen, läuft das Ganze bei MCS-Betroffenen primär über die Nase bzw. das Geruchsempfinden ab (Olfaktorische Wahrnehmung)!
7. Sowohl bei einer atopischen Dermatitis wie bei MCS spielen sich reale allergische Reaktionen ab; diese sind keine „Einbildung“.
8. Fordern Neurodermitiker spezifisch duftstoff- und schadstofffreien Wohnraum? Wenn sie nicht zusätzlich an MCS leiden: Nein. Sie legen ihr Hauptaugenmerk auf die Haut.
9. Sind alle dermatologischen Hautpflege-Produkte für MCS-Betroffene verträglich? Nein. Sind sämtliche MCS-verträglichen, dermatologischen Produkte für Neurodermitiker verträglich? Mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit ja.

Wir sehen: Bei einer atopischen Dermatitis und MCS handelt es sich offenbar um zwei verschiedene Krankheiten.

IV und MCS (1) – der „MEDAS-Schwindel“
IV und MCS (2) – Unterschied zwischen MCS und einer somatoformen Störung